August '15: FSG 2015

Eventbericht FSG 2015
Eine wahrlich intensive Woche vom 27.07. bis 02.08.2015 liegt hinter uns.



Zwei Motorschäden, aber doch ein laufender Motor

Kurz vor dem Event geschieht das, was sich keiner wünscht: Motorschaden. 1 Woche zuvor: Waren mit dem Fortschritt der Motoreneinstellung unter Verwendung des Rollenprüfstandes in Dortmund, den uns die Kollegen von Race-Ing. zur Verfügung stellten, zufrieden, ließ uns ein Klackern aufschrecken. Wie sich nach einer Untersuchung des Öls herausstellte, war die Ursache ein Lagerschaden. Vor der Abreise ist die Zeit zu knapp, sodass wir auf unseren zweiten Motor gleichen Typs Yamaha R6 zurückgreifen müssen. Einige Umbauarbeiten und weitere Fehlerkorrekturen erfordern knapp die komplette Woche. Es kam wie es kommen musste: War es am ersten Motor ein Lagerschaden, so stockte der Ersatzmotor in Aktion abrupt: Kolbenklemmer und nach Nachwirkung: Pleuelbruch und Loch im Motorblock. Zwar sitzt nun die Enttäuschung tief am Tag vor der Abreise zwei nicht mehr funktionstüchtige Motoren zu haben, doch ist der Aufwand eines Jahres für uns nicht in einer Nacht zerstört, sodass wir umso gewillter aus zwei kaputten Motoren einen funktionstüchtigen ganzen aufbauen. Nach einer zähen Nacht gelingt es uns wieder einen ganzen Motor im Rennwagen zu haben, sodass wir zwar müde, aber mit der Zuversicht, aktiv in Hockenheim sein zu können, am späten Dienstagabend abreisen.

 


Zeltplatzarbeit

Am legendären Ring angekommen: Da uns nur ein laufender Motor die Teilnahme an den dynamischen Disziplinen ermöglicht und die Ungewissheit darüber Anpassungen für die Technical Inspection uns bedrücken würde, tun wir alles für den Motor auf dem Zeltplatz. Es stellt sich als recht zeitaufwendiges Unterfangen dar. Am Donnerstag Mittag ist es endlich vollbracht und der Löwe schnurrt. Erleichtert, aber konzentriert mit Blick auf die nächste Herausforderung der Technical Inspection begeben wir uns in die Box. Diese teilen wir uns u. a. mit den Top Teams KA-Raceing aus Karlsruhe und Rennteam Uni Stuttgart.








Scruteneering
Der Faktor Zeit ist wie immer knifflig: Da wir unseren ursprüngliche Abnahmeposition verpasst haben und viele unserer Konkurrenten erneut in die Abnahme müssen, vertagt sich die Abnahme unseres Rennwagens. Um möglichst wenig Zeit hinterher zu verlieren, checken wir unser Gefährt in der Zwischenzeit soweit es uns gelingt, um Fehler auszumerzen. Erst Freitag morgen sind wir dran. Es ergibt sich für uns leider eine realtiv lange Mängelliste, die jedoch als Team zu meistern ist.
 

Statics: Engineering Design Report, Cost Report, Business Plan
Einen hoffentlich in Gänze funktionstüchtigen Rennwagen hatten wir zwar wieder aufgebaut, doch verloren wir dadurch Vorbereitungszeit, um ihn auch technisch in seiner Vollständigkeit vorzustellen. Urteil: Ein Rennwagen mit vielen Details aber unschlüssigem Gesamtkonzept, Zeitverzug und fehlende Testphase wurden u. a. bemängelt. Sodass uns letztlich Platz 65 zu Buche steht.

Wirtschaftlich läuft es nicht rund: Leider müssen wir uns sowohl im Cost Report als auch im Business Plan mit Platz 71 begnügen.


Dynamics: Skipdpad, Accleration, Autocross, Endurance
Zurück in der Box gilt es die Mängelliste abzuarbeiten. Zum Abend hin ist es geschafft gerade rechtzeitig, um Technical Inspection und Driver Egress Test zu schaffen. Leider verpassen wir den ersten dynamischen Wettbewerb: das Skidpad.

Für Samstag morgen steht ein straffes Programm an: Accleration bis 13h und Autocross bis 19h. Da für uns der Tilt Table Test, Noise Test und Brake Test noch anstehen, sind wir optimistisch es wenigstens noch rechtzeitig zum Autocross zu schaffen.

Tilt Table Test geht rasch vonstatten, während sich beim Noise Test unser Löwe als ausgesprochen laut erweist und mehr als erlaubte 110 dB messen lässt, was an Auspuffausgang und Verkleidung liegt. Mit Ratschlag von FSAE Urgestein Pat Clarke, Improvisation und Können passen wir den Auspuff an, sodass wir es unter das erlaubte Limit schaffen.


Nun steht der Brake Test an. Unser Löwe will noch nicht recht, sodass wir mehrere Anläufe brauchen bis es glücklicherweise endlich passt. Es folgt noch ein 5-minütiger Umlaufcheck, sodass wir mit eingeschossenem Piloten und Fahrzeug uns rechzeitig ins Grid für das Autocross einordnen können.

Nach dem Weltrekordfahrzeug des Greenteams aus Stuttgart (0-100km/h in 1,779s) sind wir an der Reihe. Vor Publikum bewährt sich unser Wagen, doch schon zur Kursmitte rollt er zu unserer Enttäuschung unvermittelt aus. Unser Fahrer Daniel Sander musste den Wagen abstellen, da die Lenkung durch einen Montagefehler nicht mehr funktionstüchtig war.

Letzlich war der Samstag nicht von Punkten für eine erfolgreiche Teilnahme an Accleration und Autocross gekrönt.


Für den darauffolgenden Sonntag steht das Endurance an. Zuvor checken unsere Jungs den Wagen gründlich, um eine Fehlerwiederholung und andere zu vermeiden. Mehrere Anlassversuche benötigt es, doch dann läuft es gut: Runde um Runde dreht unser zweiter Pilot Jens Heidkämper mit dem grünen Löwen. Zwar unterläuft ihm ein Fahrfehler, der zu einem Dreher führt, dennoch können wir den ersten Stint über 9 Runden (11km) beenden. Dann folgt der pflichtmäßige Fahrerwechsel, bei dem der Wagen augeschaltet wird und nach dem Wechsel erneut angelassen werden muss. Letzteres gelingt leider nicht mehr. Die Batterie hat mehr Leistung durch die Anlassversuche verloren als erwünscht.


Fazit
Das Endresultat mit Platz 71 ist enttäuschend auf dem ersten Blick. Auf dem zweiten Blick haben wir es trotz widriger Umstände zu Wochenbeginn geschafft einen Rennwagen einzusetzen, der sich im Wettbewerb hätte noch mehr beweisen können, wenn zuvor Kinderkrankheiten aussortiert gewesen wären. Mit diesem Rennwagen und der über das Jahr hinweg bis einschließlich des Events haben wir Erfahrungen gewonnen, die eine solide Basis für die Zukunft sind.


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